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Uganda 1

Soo, jetzt melde ich mich zum ersten mal aus Uganda. Hier sind meine ersten Erlebnisse niedergeschrieben. Ich hoffe ihr könnt euch daran erfreuen ^^. Nun bin ich mittlerweile schon einen Monat hier in Uganda und es ist schon einiges passiert. Am 14.09 ging es für mich um 10 Uhr vom Frankfurter Flughafen los. Zuvor musste ich mich unter Tränen von meinen Eltern und Geschwistern verabschieden, die ich sicher vermissen werde. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Amsterdam flog ich endlich in Richtung Afrika. Um ca. 22.30 landete ich schließlich in Entebbe, dem Hauptflughafen Ugandas. Das Visum wurde beantragt und ich machte mich auf die Suche nach Moses, dem Fahrer, der mich zum Gelände von „Vision for Africa“ bringen sollte. Die Suche gestaltete sich aber als nicht so einfach. Hilflos trabte ich mit meinen zwei Koffern plus Handgepäck Richtung Parkplatz. Ein Taxifahrer bot mir an, meine Orientierungslosigkeit erkennend, Peter anzurufen, der für uns Volontäre zuständig ist. Dieser war ganz erstaunt, als ich ihm erklärte, dass ich schon gelandet war und versprach sofort Moses anzurufen. Ich schlich wieder zu der Eingangstür des Flughafens zurück, wartete und macht mich auf die suche nach dem Schild „Vision for Africa, you are welcome“. Endlich hatte ich es gefunden und Alex, ein weiterer Fahrer, brachte mich zu dem Kleinbus, der mich zu meinem neuen zu Hause bringen sollte. Moses kam schließlich auch und verfrachtete mein Gepäck auf die Hinterbank. Ich suchte verzweifelt nach einem Anschnaller, konnte aber keinen finden, also hielt ich mich an einer montierten Eisenstange fest. Moses Fahrstil war wirklich sehr interessant: nach der ersten Kurve lag mein ganzes Gepäck schon in Gang, da er mit 60 Kmh durch nen Kreisel donnerte. Er wollte wohl schnell schlafengehen. Wir fuhren also mit ungelogenen 120 Kmh durch Kampala, der Hauptstadt von Uganda. Die vielen Überholungsstrategieen waren auch sehr spannend. Es wird eigentlich immer überholt, egal ob ein Boda, was eine Art Motorrad ist, oder ein Auto entgegenkommt. Im Notfall weicht man halt auf den letzten Staubrest der Straße aus um dem entgegenkommenden LKW zu entweichen. Die Autofahrer verständigen sich hier sehr viel mit Hupen und Lichtsignalen. Wenn sie überholen, machen sie das Fernlicht an um dem entgegenkommenden Fahrer zu zeigen, dass er doch bitte aufpassen solle. Es ist auch ganz normal gleich 10 Autos hintereinander auf einer einspurigen Bahn zu überholen. Alex bot mir an, doch ein kleines Nickerchen zu machen. Ich lehnte dankend ab, da ich ja nicht angeschnallt war, und gerne gesehen hätte, wenn wir durch das nächste Loch in der Straße fahren. Nach eineinhalb stündigen Abenteuer kam ich endlich auf dem Gelände an. Es war inzwischen halb 1 und ich war echt müde. Die Volontäre, die auf mich gewartet hatten waren es übrigens auch. Peter, Sarah, Jasmin und Joan nahmen mich in Empfang und Michael und Paul, meine Zimmergenossen zeigten mir mein Bett. Ohne es zu beziehen legte ich mich schlafen. Plötzlich war ich doch nicht mehr so müde und muss das erlebte verarbeiten. Auch die natürlichen Geräusche von draußen machten mir es nicht leicht einzuschlafen. Am nächsten Morgen weckte mich ein Iman, der über einen Lautsprecher die Muslime des Dorfes Kiyunga zum Gebet aufrufe. Am Frühstückstisch lernte ich dann die ersten Volontäre kennen. Insgesamt sind es mittlerweile um die 20 und es werden immer mehr ^^. Das Frühstück ist schon sehr anders als zu Hause und ich war froh, mir einiges an Essen von zu Hause mitgebracht zu haben. Peter zeigte mir anschließend das Gelände „Vision for Arica“s und es ein wirklich sehr großes. Es beinhaltet eine Boarding School, eine Primary School, ein Hotel, mehrere Sportplätze, eine riesige Farm eine Mainkitchen, die Community Hall, mehrer Handwerksgeschäfte, wie Schreinereien oder Autowerkstätten, einen großen Spielplatz für die vielen Kinder hier, einen Kindergarten, auch Nurcery genannt, unseren Volicompount, eine Klinik, sieben Waisenhäuser, eine weitere Farm und viele Häuser für etliche Mitarbeiter. Es ist wirklich riesig. Steffani, Peters Frau, besprach hinterher den Vertag mit mir, den ich dann auch unterschrieb. Gleich am ersten Tag musste ich in die Primary und dort in der P2, was ungefähr die 4. Klasse ist, Reli-Unterricht geben. Die afrikanischen Schüler sind sehr lebhaft und liebend das durcheinander, musste ich dort feststellen. Es ist wirklich schwer sie dazu zu motivieren auf ihrem Platz zu bleiben. Was für eine Herausforderung für die nächsten Monate hier! Es macht aber dennoch Spaß und es fällt mir oft schwer ernst zu bleiben, da die Schulzeit meinerseits ja auch noch nicht so weit entfernt ist und ich somit die Kinder sehr gut verstehen kann. Danach ging es für mich in eines der Waisenhäuser, mit Joan, der einigen ugandischen Volontärin. Hier lernte ich die ersten Kinder kennen, mit denen ich in diesem Jahr viel zu tun haben werde. Der Tagesablauf sieht bis jetzt so aus, dass ich meistens am Vormittag die kleinen Kinder, die zwischen 1 und 3 sind, betreue, dann Mittag esse, bis 3 Uhr Pause habe und dann in die Primary gehe um dort zu unterrichten. Hinterher geht es für mich von 4 bis 6 in das Waisenhaus. Um 6 haben wir die Volibesprechung und Abendessen. Der Tagesablauf ist aber nicht immer derselbe. Manchmal bin ich in der Mainkitchen oder beim Preparing, sowie dem Typing im Office eingeteilt. Die Arbeit bereitet mir sehr viel Freude, besonders die mit den Kindern. Ich habe in dem Monat schon sehr viele Kinder lieb gewonnen und bin auf ihre Entwicklung während meiner 10 Monate hier sehr gespannt. Am Wochenende haben immer alle Volontäre gemeinsam frei, was wir oft dazu nutzen in die nächste Stadt, Mukono, zu fahren. Das machen wir immer mit einem Taxi, was auch wirklich sehr interessant ist! In den Kleinbus passen wirklich mehr Menschen rein als man denkt. Ich saß schon mal mit 24 Leuten und einem Huhn zusammengequetscht in diesem Bus, der noch kleiner ist als die VW-Busse in Deutschland. In Mukono, welches die drittgrößte Stadt Ugandas ist, gibt es keine einzige Ampel, was für uns Europäer unmöglich erscheint. Es sieht auch nach einem großen Durcheinander aus, aber es passieren, auf wundersame Weise, wirklich kaum Unfälle. Zumindest hab ich noch nie einen mitbekommen. Dafür aber sehr knappe Situationen mit Bodafahrern. Jeder Weiße wird hier als „Muzungu“ bezeichnet, was allerdings nicht negativ behaftet ist. Besonders Kinder, von denen es hier sehr sehr viele gibt, der Altersdurchschnitt Ugandas beträgt 15 Jahre, benutzen diese Bezeichnung sehr gerne und laufen einem lachend hinterher. In den Köpfen der Afrikanern ist auch immer drin, dass die Weißen reich sein müssen. Deswegen nennen sie uns immer sehr hohe Preise für sämtliche Dienstleistungen. Das ist der der sogenannte „Muzungu Preis“. Den kann man aber ohne Probleme sehr weit runterhandeln. Besonders bei Taxi, Bodafahrern und Straßenhändlern ist das auffällig. In Mukono kann man schon sehr viele Dinge kaufen, die so ein Mensch begehrt, trotzdem hab ich mir einen großen Vorrat an Schokolade mitgenommen. Mit Paul, dem einzigen anderen männlichen Volontär war ich auch schon Kampala, wo man wirklich alles besorgen kann. Einmal im Monat gibt es einen Voliausflug, der diesen Monat auf den Prayermountain ging. Hier ist eine andere Stätte von unserer Organisation. Sie liegt direkt am Victoriasee, der der größte See der Welt ist. Man hat wirklich eine sehr schöne Sicht und ich habe die Zeit dort sehr genossen. Wir haben ein weiteres Werk unserer Organisation besucht, welches aber sehr viel kleiner ist. Hier wird den ärmsten Kindern in dieser Umgebung geholfen und auch eine Blindenschule ist hier inbegriffen. Ich hab auch eine lustige Bekanntschaft gemacht, denn der Leiter des Prayermountains ist zufälliger Weiser der ehemalige Pastor meins Onkels Waldemars. Lustig, das man sogar in Afrika Bekannte meiner sehr großen Familie trifft. In die Gemeinschaft der Voluntäre habe ich mich sehr schnell eingefunden und es ist sehr lustig mit Ihnen. Der gemeinsame Worship und die Gespräche sind immer sehr gut. Fast jeden Abend beten wir zusammen füreinander und für andere. Man kann spüren, wie stark Gott hier bei uns wirkt. Die Gottesdienste sind hier, besonders in der Watoto Church sehr sehr gut und lebhaft. Ich hab noch nie so einen guten Lobpreis erlebt und auch die Predigten sind sehr stark. Ich freu mich jedes mal, wenn ich wieder dorthin kann. Es gibt aber auch Erlebnisse hier in Uganda, die einem die Augen öffnen. Auf dem Land bei den Kleinbauern herrscht oft große Armut. Die Menschen wohnen, wenn es gut läuft in kleinen Häusern mit einem, höchstens zwei Räumen. Viele leben in traditionellen Lehm und die ärmsten in Holzhütten. Die Mütter sind oft alleine und müssen im Durchschnitt 6-7 Kinder versorgen. Die Kinder haben meist nur ein Paar Klamotten, welche allerdings auch schon sehr dreckig und zerrissen sind. Für die medizinische Versorgung und Bildung haben Sie kaum Geld, weswegen es schwer ist aus dieser Armut herauszukommen. Es ist mir deswegen wirklich ans Herz gewachsen den Waisenkindern bei uns eine gute Kindheit und Bildung zu ermöglichen. So das sind meine ersten Erlebnisse aus Uganda. Es war dieses mal ein bisschen ausführlicher, da es am Anfang immer sehr viele neue Eindrücke zu verarbeiten gibt. Ich bin sehr gespannt, was mich in den nächsten Monaten so erwarten. Über Gebet und Segen für mich, freue ich mich übrigens auch sehr. Auch könnt Ihr mich alles mögliche Fragen Liebe Grüße aus Uganda Micha „Muzungu“

10.10.15 16:52

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


M. Stengel (19.11.15 08:35)
Hallo Micha,

Das hört sich alles wirklich sehr interessant an. Genieß die Zeit und komm heil und gesund mit vielen neuen Erkenntnissen zurück. Würde mich über weitere Einblicke freuen.

Herzliche Grüße aus Deutschland.

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